Der Autor online (2012)

by Nils Mohl on März 5, 2012

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Echte Rampensäue wissen das zu schätzen

Nils Mohl über Social-Media-Aktivitäten

Februar 2012. Nachdem im Vorjahr eine Leserunde zum Roman „Es war einmal Indianerland“ auf Lovelybooks stattgefunden hatte, wollte Hanna Teepe vom Freiburger Onlinemagazin Fudder wissen, wie es dem Autor dabei ergangen ist.

 

Warum eine Leserunde auf Lovelybooks?

Neugier. Die naheliegende Antwort wäre vermutlich: Um Werbung für meinen Roman zu machen. Aber das stimmt nur bedingt. Mich hat wirklich interessiert, was passiert, wenn ich mich als Autor in einer Leserunde direkt mit Lesern austausche. Bringt den Lesern das was? Aber auch, logisch: Kann ich das? Will ich das? Macht mir das Spaß?

 

Macht es Ihnen Spaß?

Als Schriftsteller ist man ja immer auch Schriftstellerdarsteller, wenn man nicht gerade an seinen Texten arbeitet. Meist bei Lesungen natürlich. Zunehmend aber auch im Netz. Letztlich ist das auch eine Rampe, an der man die Sau rauslassen muss, kann, darf. Jeder auf seine Art, versteht sich. Und das bedeutet Stress, weil man ein halbwegs anständiges Bild von sich abliefern will. Ein Stress, den echte Rampensäue natürlich zu schätzen wissen. Was mir allerdings wichtig ist: Letztlich muss mein Text im Mittelpunkt stehen. Und das war auf Lovelybook der Fall. Das hat mir Spaß gemacht.

 

Bekommen Sie möglicherweise dadurch neue Anregungen von Lesern?

Für das Schreiben? Nein. Das Spannende sind die Rückmeldungen. Die Teilnehmer der Leserunde verfassen am Ende ja idealerweise eine Rezension. Und bei „Es war einmal Indianerland“ stammt eine der interessantesten Rezensionen überhaupt tatsächlich von einem der Leserunden-Teilnehmer.

Wollte man maulen und nachtreten, könnte man an dieser Stelle noch einwerfen: Literaturkritik schrumpft in den klassischen Medien ja zusehends runter auf Daumen-hoch-Daumen-runter-Niveau. Insofern ist es toll, wirklich mal etwas zu lesen, was als intensive Auseinandersetzung mit Inhalt, Form und Sprache eines Textes durchgeht. Ehrlich, das hat mir als Autor wirklich etwas bedeutet.

 

Ist der (direkte) Kontakt zu Lesern auch manchmal schwierig, nicht nur über Lovelybook, sondern zum Beispiel auch über Facebook, Twitter etc.?

Es passiert, dass einem klar wird, dass nicht alle mögen, was man tut und macht. Wie im richtigen Leben. Eine Erkenntnis, die auch im gefestigten Erwachsenenalter schmerzen kann. Aber das dicke Fell muss man haben, wenn man als Künstler ein Angebot an die Welt macht, oder? Meist suchen aber sowieso ja nur Menschen den Kontakt zu einem, die das Gefühl haben, hier bekommen sie etwas, was es woanders in der Form nicht gibt.

 

Lohnt sich die Präsenz auf Lovelybooks?

Das klingt so nach Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen. Ich wünsche mir natürlich, die Leserunde hat sich für einige der Teilnehmer gelohnt. Hört sich vielleicht abgelutscht an, aber ich freue mich wirklich, wenn es Leser gibt, die denken: Tolles Buch, das war wirklich was Besonderes!

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