Dezember 2012

by Nils Mohl on Januar 1, 2013

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1.12.

Jefeld Riva Nils Mohl

 

2.12.

Produzentin und Regisseur sind nach der Jenfeld-Tour weiter nach Bremen und Karlsruhe gereist, heil gelandet. Mail von Justin: „War wahrlich toll, durch Jenfeld zu radeln und dem Roman nachzuspüren. Was für eine Lust habe ich bereits zu diesem Zeitpunkt, nach Drehorten zu suchen. Doch genauso viel Lust habe ich auf eine Geschichte mit extrem viel Herz … wird das großartig sein, ins Indianerland zu reiten.“ Mail von A. U.: „Ich habe es auch sehr genossen, Jenfeld, Wahnsinn! Was haben wir alles gesehen, Mausers Plätze, Eddas Heimstatt … ein unglaublicher Himmel über Jenfeld. Parkgaragen, die auch Baumhäuser sein könnten.“ Und ich? Mir kommt alles im Nachgang noch verwirrender vor. Schon während der Fahrt vor zwei Tagen plötzlich dieser Gedanke: Jenfeld erinnert doch nur an … Jenfeld.

(Es war einmal …)

 

3.12.

La Piazetta Nils Mohl

 

8.12.

Das Interview mit Ulf Cronenberg geht online: Saisonware in Buchhandlungen, Oger (die auch nur Menschen sind), Halligalli-Spektakel im Fernsehen, was Muhammad Ali mit Tschik zu tun hat, Friedrich Schiller und Egoshooter, Benjamin Maack und Schullektüren. Plus: Aussichten auf eine Wiederbegegnung mit Jackie. Warte beim Überfliegen darauf, dass Pimpf Kaputtnik sich hinter der Stirn meldet. Nichts zu meckern? Wirklich nichts zu meckern?

(Pimpf Kaputtnik – schweigt.)

 

11.12.

Weiter kalt. Und Aussicht auf Schnee. Der zukünftige Bürgermeister der Stadt schickt eine Rundmail. Betreff: „Schneewarnung!“ Inhalt der E-Mail: „Achtung!  Es ist ein Irrtum, dass der gelbe Schnee wie Zitroneneis schmeckt. Bitte auch die Kinder informieren …“ Kollege Sch. mosert: „Ein alter Witz.“ Ich: „Frank Zappa. Und man sieht wieder, es hilft, wenn Politiker kulturell gebildet sind. Es nützt dem Bürger.“

(Kollege Sch. beginnt, Yellow-Snow-Witze zu googlen.)

 

12.12.

Vorschau Ritter Nils Mohl

 

12.12.

Auf dem Tisch liegt die Rowohlt-Vorschau für das neue Jahr. Zwei Doppelseiten. Später ruft meine Lektorin mich beim Kontojob an: Die ersten Linzensen für Indianerland sind vertickt. Es wird Übersetzungen ins Französische und Koreanische geben. „Achja, und hast du Lust, im Mai in New York zu lesen?“

 

16.12.

Völkerkundemuseum Nils Mohl

 

18.12.

Das ja wirklich Tolle am neuen Scott-Walker-Album („Bish Bosch“), vielleicht sogar das Tollste überhaupt daran: die Interviews, die es diesen Monat zahlreich zu lesen gibt. Beispiel heute: Intro.de („Dein Portal für Pokultur im Netz“, Eigenwerbung). Intro: „Glaubst du, dass der Ansatz einer neuen Musik auch neue Gefühle im Publikum hervorrufen kann?“ Scott Walker: „Ich weiß nicht. Man lebt und hofft.“

 

22.12.

Weihnachtsmarkt Hamburg Nils Mohl

 

22.12.

M. geht mit mir weiter via Skype durch AV II. Satz für Satz. Die Nachbesserungen bringen mich halb um den Verstand. Knochenarbeit. Hirnqualen. Um winzige Schritte voran zu machen. Nach dem Auflegen kurzer Chat, den M. anzettelt:

– Ich habe immer noch den Eindruck, ich halte dich mit diesem Kram nur auf.
– Schwer zu sagen.
– Das ist im Bereich deines Wissens.
– Wenn es besser wird, ist alles gut. Ob es besser wird, liegt derzeit außerhalb des Bereichs meines Wissens.
– Eine diffizile Sache. Ich muss jetzt das Haus verlassen, tut mir leid. Ich sitze morgen vormittag hier rum.
– Take care.

 

27.12.

Autorenschreibtisch Nils Mohl

 

30.12.
Höre Sophie Hunger. „The Danger of Light“. Rauf und runter. Und Track #8 ungefähr zehn Mal hintereinander: Holy Hells.

(Endlich doch noch gefunden: das Album des Jahres.)

 

31.12.

Silvester Nils Mohl

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Fortsetzung folgt …

(Reguläre Lieferung monatlich.)

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